Wann ist ein Mann ein Mann (eine biblische Perspektive)

Mal ganz provokant eine Frage – kann es sein, dass mit uns Männern was nicht stimmt? Es scheint ja schon fast Pflicht zu sein, dass man die eigene Männlichkeit in Frage stellt. Nicht nur in der christlichen Ratgeberliteratur sondern auch in anderen Bereichen hat die Frage „Wann ist ein Mann ein Mann“ schon längst die Menschen erreicht!
Hat man sich diese Frage früher nicht gestellt? Ist die Krise der Männlichkeit wirklich nur ein Problem unserer Zeit? Man sagt, Männer seien heutzutage Softies, fürchten sich vor Entscheidungen, ziehen sich in die Kneipe oder vor den Fernseher zurück – oder es passiert das Gegenteil, sie flüchten sich in übertriebenes Machogehabe, sind aggressiv und gewalttätig … egal auf welche Seite man tendiert, es scheint wohl eher die Karikatur von echter Männlichkeit zu sein. Waren die Männer früher „echte Kerle“, einfach ganze Männer – was auch immer das bedeutet?

Was die Bibel dazu sagt ...
Lustigerweise wird dieses Bild schon auf den allerersten Seiten der Bibel korrigiert. Wir treffen den ersten Mann, der von Gott geschaffen wurde und … naja, vielleicht finden wir uns sogar selbst ein bisschen wieder! Im entscheidenden Moment versagt Adam, er sündigt und ist dann nicht mal „Manns genug“ zu seiner Verantwortung zu stehen! „Die Frau ist schuld …“
Kann es sein, dass das eigentliche Problem darin besteht, dass die Männer heute legitime Nachfolger von Adam sind?
Männlichkeit ist zuerst eine Frage der Identität – das ist die Frage, die einen Mann vermutlich schon von Kindesalter an beschäftigt! Wenn wir alle „nur“ Söhne Adams wären, dann wäre die Frage nach „wahrer Männlichkeit“ eine sinnlose Frage! Dann könnten wir bestenfalls kosmetische Korrekturen vornehmen, aber wir könnten nichts ÄNDERN – wir wären dazu verdammt, die Fehler Adams immer und immer wieder selbst zu machen! Wenn das die Wahrheit wäre, dann könnten wir auf alle Bücher zum Thema „Mann sein“ dankend verzichten, denn echte Veränderung wäre gar nicht möglich!
Aus dem Grund möchte ich zuerst ganz kurz auf das zu sprechen kommen, was die Bibel dazu sagt –wenn jemand zu Christus gehört, dann ist er „eine neue Kreatur“ (2 Kor. 5,17), sowie durch Adam die Sünde in die Welt gekommen ist – und die „Männerkrise“ begonnen hat – genauso ist durch Jesus das Heil, die Gerechtigkeit in die Welt gekommen! Und somit auch Hoffnung für alle Söhne Adams in unserer Zeit …
„In Christus“ sind wir bereits ein „ganzer Mann“, du bist bereits jetzt ein „Mann nach Gottes Herzen“, wir dürfen diese Zusagen von Gott heute annehmen! „Aber was ist wenn ich versage?“ – Gott sieht dich als ganzer Mann – „Und wenn ich versage?“ – Gott sieht dich als „Mann nach seinem Herzen“! Es bringt uns nichts, wenn wir diese Wahrheit nur „kennen“, wenn wir zwar darüber Bescheid wissen, sie uns aber nicht wirklich berührt! Wir müssen uns das immer und immer wieder von Gott zusagen lassen – durch seinen heiligen Geist, durch andere Christen oder auch durch gute christliche Männerbücher! Wir können das gar nicht oft genug hören! Das, woraus wir unsere Identität beziehen, bestimmt letztendlich IMMER wer wir sind!
Das muss für uns immer die Grundlage sein, wenn wir uns mit „Männerthemen“ auseinandersetzen! Denn weil wir uns dieser Identität bereits gewiss sein können, ist Veränderung überhaupt erst möglich! Echte Veränderung die bleibt! Als Männer haben wir Verantwortung übertragen bekommen, von Gott! Verantwortung in der Gesellschaft, im Beruf, in der Familie, in der Gemeinde! Da braucht es „ganze“ Männer!

Was heißt es ein "ganzer Mann" zu sein?
Aber was heißt das überhaupt, ein „ganzer Mann“ sein! Die Psychologie arbeitet da sehr viel mit so genannten „Archetypen“, Grundtypen, die sich im Leben von Männern finden! Die Männerliteratur kennt vier klassische „Archetypen“, den Kämpfer, den Liebenden, den König und den Weisen! John Eldredge, Autor von „Der ungezähmte Mann“ fügt hier noch zwei für den heranwachsenden Mann dazu, den geliebten Sohn und den Abenteurer! Er meint auch, dass die verschiedenen Archetypen typisch für verschiedene Lebensphasen sind! Aber es klingt meiner Meinung nach überzeugend, wenn man sagt, dass zu einem „ganzen Mann“ immer der Kämpfer, der Liebende, der König und der Weise gehören! Das Problem ist dann eigentlich, dass ein oder mehrere dieser Typen zu schwach oder negativ ausgeprägt sind! Nehmen wir zum Beispiel den Kämpfer – wenn diese Eigenschaft fehlt, dann bin ich schwach, setze mich zu wenig durch, sage zu selten Nein – es geht mir immer um die Harmonie, auch wenn ich eigentlich gefordert bin, mich entschieden dagegen zu stellen! Aber es kann auch sein, dass der Kämpfer negativ in Erscheinung tritt, Aggressionen falsch ausgelebt werden, andere unterdrückt werden und so weiter! Der Kämpfer braucht immer einen König, der ihm sagt, wofür er kämpfen soll! Genauso wie der König einen Weisen braucht, der ihn korrigiert und verhindert, dass er durch die Macht korrumpiert wird und diese ausnützt!
Das klingt jetzt ein bisschen theoretisch? Gut, legen wir diese Betrachtungen an einem Mann der Bibel an: König David ist für das Judentum das Bild eines Mannes schlechthin! Er ist in jedem Fall im wahrsten Sinn des Wortes ein König, er herrscht über sein Reich und übernimmt Verantwortung dafür! Er ist aber auch ein Liebender, er schreibt Psalmen und singt Lieder – ja, der „Liebende“ wird ihm fast zum Verhängnis! Auch den Kämpfer finden wir in David, unter ihm besiegt Israel viele Feinde! Aber David fehlt zum „ganzen Mann“ der Weise, dieser wird durch den Propheten Nathan verkörpert, der an seiner Seite ist! Weil David dieser Bereich fehlt, darf er auch den Tempel für den Herrn nicht bauen – das übernimmt Salomo, sein Sohn der ein Inbegriff für die Weisheit wird! Aber auch Salomo ist kein „ganzer Mann“! Ihm fehlt der Kämpfer, er hat das Land kampflos übernommen und ist zu schwach, um fremde Götzen und Kulturen vom Königshof fern zu halten!
Ein letzter Vergleich – Jesus ist sicherlich ein „Ganzer Mann“! In ihm sehen wir natürlich den König – er ist der „König der Könige“, wir sehen auch den Liebenden in ihm, der leidenschaftlich um seine Braut – die Gemeinde – wirbt! In verschiedenen Situationen erkennen wir in Jesus auch den Kämpfer – sei es in seinen Auseinandersetzungen mit den Pharisäern oder auch den Kampf gegen das Böse, den er am Kreuz gewinnt! Und natürlich ist Jesus selbst die Weisheit Gottes – auch dieser „Archetyp“ ist in Jesus zu finden! Er ist derjenige, der wahrhaft ein „ganzer Mann“ nach diesen Betrachtungen ist!

Was bedeutet das für mich?

Durch diese „Archetypen“ können wir uns selbst als Mann besser wahrnehmen und eigene Schwachstellen erkennen. Ich denke, die meisten Männer haben ein oder zwei dieser Eigenschaften wo sie sehr gut sind, aber auch mindestens einen Bereich, der ein echter „blinder Fleck“ für uns ist! Wir sollten uns wirklich trauen, uns selbst gegenüber ehrlich zu sein – nur dann kann Gott aus dieser Schwachstelle eine Chance für echtes Wachstum machen!
Bei mir selbst merke ich oft, dass der „Kämpfer“ sehr schwach ausgebildet ist! Wenn Widerstand da ist, ziehe ich mich schnell zurück – das war eigentlich immer schon so! Ich war immer auf Harmonie bedacht, es ist mir einfach wichtig, dass mich jeder mag! Aber manchmal ist es einfach notwendig, zu kämpfen! Als ich mich in letzter Zeit mit eben diesem Thema auseinandergesetzt habe, habe ich für mich auch schnell Bereiche gefunden, wo ich vielleicht mehr „kämpfen“ sollte! Auf der Uni haben wir einen Dozenten, der mich furchtbar aufregt, weil er so einen Blödsinn über die Bibel sagt! Er hält die Vorlesung „Exegese Neues Testament“ und … naja, ist halt Theologe unserer Zeit, durch die moderne Bibelkritik ist das Neue Testament für ihn in manchen Passagen ein besseres Märchenbuch! Aber meine Reaktion darauf war, dass ich halt seltener hingegangen bin! Denn den Stoff, den wir durchmachen, lerne ich lieber aus Büchern bevor ich mir das anhöre was er sagt!
Aber ich denke, das ist nicht die Einstellung, die ein Kämpfer hätte – ich will mich in Zukunft besser auf die Stunden vorbereiten und – wenn er etwas gegen meine Überzeugungen sagt, die Bibel als unwahr darstellt oder ähnliches – mich auch melden und meine Meinung sagen! Das ist vielleicht dann nicht harmonisch, aber ich bin mir sicher dass es „richtig“ ist!
Wie sieht es bei euch aus? Wo sind deine „Stärken“ und welche Archetypen sind bei dir Schwächer ausgeprägt? Das kann man oft auch im Miteinander mit anderen herausfinden, die einen gut kennen! Das Buch „Für den König“ von Albert Frey besteht aus 20 Kapiteln, die sich auch gut zum Durcharbeiten in einer Zweierschaft, einem Fight Club eignen! Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der auf diesem Weg – zum „ganzen Mann“ – ist!

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