In meinem letzen Beitrag habe ich über "Instant-Kommunikation" geschrieben! Kommunikation in 2-Zeilern über Facebook, Twitter und Co - mir scheint, dass das wirklich eine echte Seuche des 21. Jahrhunderts ist! Aber was ist dann eigentlich "qualitativ hochwertige Kommunikation" - kann man bei diesem Thema überhaupt den Begriff "Qualität" verwenden? Oder ist Qualität nicht einfach Quantität, je mehr desto besser und je viel desto gut?
Naja - dieses Prinzip funktioniert ja sonst normalerweise auch nicht wirklich, also wohl auch hier nicht!
Ich denke, qualitative hochwertige Kommunikation hat in erster Linie etwas mit Zeit zu tun - Zeit, die ich dem anderen widme, die nur für denjenigen (oder diejenige) reserviert ist, mit der ich kommuniziere! Leider sind wir oft immer weniger bereit dazu, so eine "exklusive" Kommunikation zu führen! Ist dir schon mal passiert, dass du mit jemanden Kaffee getrunken hast oder geplaudert hast, und dann sein Handy geklingelt hat? "Ich muss mal kurz rangehen, das ist sicher wichtig ..." Wie fühlt man sich dabei? Zweitwichtig? Auf jeden Fall nicht gut (also ICH zumindest nicht)
Exklusiv Zeit dem anderen zur Verfügung stellen um zu "kommunizieren" macht Kommunikation wertvoll und qualitativ ..
Aber natürlich geht es nicht NUR darum - es kommt wohl auch auf den Inhalt an! WAS kommunizieren wir eigentlich ... und auch da schneiden die modernen "Kommunikations"formen schlecht ab, oder? Ich habe mir mal so für mich gedacht, wenn ich NUR mehr Dinge sagen würde, die wirklich notwendig und wichtig wären, dann würd ich nicht mehr viel reden ... (oder schreiben)
Darum geht es ja auch gar nicht - aber mir ist bei dem Thema das Buch der "Sprüche" aus der Bibel eingefallen! Da geht es auch ganz viel um "Kommunikation", zum Beispiel im Kapitel 10, 11: "Der Mund des Gerechten ist eine Quelle des Lebens, aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat" oder in Vers 19: "Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, der ist klug"
Überhaupt würd ich das ganze Kapitel 10 - oder gleich das ganze Buch der Sprüche empfehlen zum Lesen! Da spricht immerhin Gott selbst zu uns, der Schöpfer und Erhalter der ganzen Welt - und wir können ihm im Gebet antworten! Das ist eigentlich die qualitativ höchste Form der Kommunikation ... oder?
Was ist in den letzen Jahren nicht alles geschrieben worden über Facebook - wie toll Facebook ist, wie böse Facebook ist, Facebook ist super, Facebook ist vom Antichristen, etc.
Ich selbst bin seit - hm, ja wie lange eigentlich, kann man ja dank der "Facebook-Chronik" eine der Segnungen des Mark Zuckerberg gleich nachsehen - naja ungefähr Jänner 2009 bei Facebook (gar nicht so lange - Mensch, ich dachte ich bin schon seit mindestens einer Ewigkeit, wenn nicht länger, dabei ...)
Wie war das eigentlich vor Facebook - mal überlegen? Nein, dazu steht irgendwie nichts in meiner Chronik, außer natürlich - ja, genau hier steht "Geburt"!
Dann gab es also doch ein Leben vor Facebook - scheint aber ziemlich ereignislos gewesen zu sein ... zumindest wenn man auf Facebook sucht!
Tja, das ist dann wohl irgendwie auch ein Problem unserer Zeit - wir haben Smartphones, mobiles Internet, I-Pads (also manche haben das ...), Facebook, Twitter und so weiter - und können uns oft gar nicht mehr vorstellen, wie es OHNE diesen Dingen war. Wie hab ich früher denn ÜBERHAUPT mit anderen kommuniziert ...
Seit ich jetzt angekündigt habe, Facebook den Rücken zu kehren, bekam ich Nachrichten (natürlich über Facebook) wie: "Aber dann verlieren wir uns ja komplett aus den Augen" oder "Dann hören wir ja nichts mehr voneinander" ...
Und es stimmt, ich werde dann nicht mehr wissen, dass jemand Angst vor einer Prüfung hat, sich gerade furchtbar langweilt, der ganzen (Facebook)Welt einen guten Morgen wünscht, mich mit der Millionsten Spielanfrage nerven will, etc!
Ich werde auch die ganzen "wirklich" wichtigen News nicht mehr lesen - dass eine Volksschulfreundin von mir, die ich 20 Jahre lang nicht mehr gesehen habe, geheiratet hat, die Beziehung eines Schulfreundes von vor 10 Jahren zu Ende ist usw. - aber mal im Ernst, MUSS ich dass wissen? Sind das Informationen, die unter das so wichtige "Networking" fallen? Oder geht es mir nicht eigentlich genauso gut oder schlecht, wenn ich das niemals erfahre? Darf es mir nicht egal sein, was mit Menschen ist, die ich eh seit vielen Jahren schon aus den Augen verloren habe? Oder bin ich dann unsensibel oder herzlos? Aber wenn ich schon was vom anderen lese, dann bitte nicht zu viel! Mehr als ein zweizweiliger Statusbericht ist schon wieder eine Überforderung ...
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass wir in unserer "Instant-Gesellschaft" auch süchtig geworden sind nach "Instant-Kommunikation"! Hand auf´s Herz - wann hast du das letze Mal eine lange und ausführliche Email geschrieben (von "Briefen" red ich gar nicht, ich befürchte, jüngere Leser wissen nicht mal mehr was das ist)! Wir informieren unsere "Freunde" in 2-Zeilern über unser Leben! Mehr Informationen WOLLEN wir ja auch gar nicht, dazu müssten wir uns ja Zeit nehmen, das zu lesen! Fakt ist doch eigentlich, dass der Mensch gar nicht die Kapazität hat, dass er das Leben von 412 anderen Menschen wirklich "wahrnimmt"! Aber genau das gaukelt uns Facebook doch vor - wir denken, irgendwie wissen wir ja eh Bescheid, was die anderen so machen, es wird uns das Gefühl gegeben, wir hätten "Anteil" am Leben der anderen, OHNE dass wir uns die Zeit nehmen müssen, wirklich auf den anderen einzugehen!
Klar, Facebook hat unbestritten seine Vorteile - als erstes fällt einem da wohl der Begriff "Networking" ein (das ist ja auch kein Zufall, es ist ja auch ein Social NETWORK ... muss ja was damit zu tun haben).
Dann heißt es ja auch gleich - man muss das halt richtig nutzen, selber schuld wenn man so blöd ist und private Dinge reinschreibt, selbst doof, wenn du nicht jede Änderung der Privatsphäre-Einstellmöglichkeiten gleich nutzt, dich informierst und alles wieder umstellst ... aber moment mal: Ich bin doch eigentlich NUTZER (auf gut neudeutsch "User"), also eigentlich wäre es doch nett, wenn Facebook ein bisschen mehr auf die Wünsche eben dieser Nutzer eingeht! Tut es aber nicht, und deswegen kehren auch immer wieder Menschen diesem "Social Network" den Rücken! Dann müssen halt wieder andere Formen der Kommunikation her - nein, nicht unbedingt Rauchzeichen und Buschtrommeln, der gute alte "Blog" tut es ja auch! Klar, man muss sich mehr Zeit nehmen, zu schreiben - und IHR müsst euch mehr Zeit nehmen, zu lesen! Halt nicht "Instant", nicht "Fast Food Kommunikation" ... aber vielleicht ist es uns ja wert, etwas mehr Zeit zu investieren. Um Kontakt zu halten, "Anteil haben" am Leben des anderen! Das bedeutet, wir müssen uns wieder besser überlegen, WEM wir die Zeit widmen die wir haben! Aber macht das diese Zeit dann nicht viel wertvoller?
Ich weiß nicht, wie ich das ganze weiter betreiben werde - so ein Blogeintrag ist schon sehr zeitintensiv, und vielleicht liest den dann kein Schwe.. äh, kein Mensch! Aber ich möchte mir vornehmen, wieder mehr Zeit für "Kommunikation" zu reservieren. Sowohl "Live-Kommunikation" bei Kaffee, Pfeiferl oder einem guten Essen, aber auch "Internet-Kommunikation" - zum Beispiel Emails oder Blogs! Danke an all jene, die bis hierher gelesen haben! Euch noch einen schönen Abend - und hoffentlich bis dann mal!
Für alle "Nicht-Facebookler" da draussen ein ganz kurzes Update (längerer Bericht folgt Donnerstag)
Bin jetzt in Gars am Inn in der Nähe des wunderschönen Städtchens Wasserburg am Inn (wunderschöne Altstadt, Besuch sehr zu empfehlen).
Nach zwei eher mittelmäßigen Tagen - sowohl was das Wetter angeht als auch meine persönliche Tagesform - lacht heute wieder die Sonne vom strahlend blauen Himmel, ich bin TOP motiviert und habe bis Mittwoch abend Braunau am Inn, wieder zurück im heimatlichen Österreich, als Ziel!
Die vergangenen Tage liefen sehr gut - einige Nächte schon im Zelt verbracht, aber ab und an mal auch gern eine feste Herberge als Unterkunft gesucht. Das ist zwar nicht gut für mein Geldbörserl aber für die Seele und die Motivation. Ausserdem gibt das Gelegenheit, die Sachen zu trocknen und selbst mal zu duschen. Wenn das mal länger nicht geht, stellt sich schnell mal die Frage, wer jetzt intensiver riecht - ich oder mein Hund ... (ohne weitere Worte)
So, in diesem Sinne wünsch ich euch einen schönen Start in die Woche!
Euer Roman!
Nach den ganzen Planänderungen gestern habe ich es tatsächlich geschafft, alle (mich selbst eingeschlossen) vollends zu verwirren! Aber - überraschenderweise habe ich es dann dennoch geschafft, um ca. 13.00 Uhr abfahrbereit, g'schneuzt und kamplt die Wohnung zu verlassen.
Und trotz all meinen Anstrengungen, größtmögliche Verwirrung zu stiften gab es dann auch ein "Ein-Mann-Verabschiedungskomitee", welches es sich nicht nehmen ließ beim Start persönlich anwesend zu sein (DANKE Bernold :)
Aber schließlich war ich "on the road" - auf dem Weg Richtung Wien. Endlich! Die ersten Kilometer spulte ich noch auf bekannten Wegen runter - das sind die normalen "Gassiwege" mit meinem Hund Sandy. Und - ganz überraschend kam dann der Gedanke: "Hey, das ist ja echt ANSTRENGEND"
Als ich nach ca. 15 Minuten an der Hundewiese von Sandy vorbeikam, war ich schon kurz davor einfach reinzugehen, und danach wieder heimzufahren - Standardrunde also. Irgendwie waren meine Armmuskeln noch nicht so wirklich darauf eingestellt, in den nächsten Tagen und Wochen 600km weit zu fahren. Ist aber nicht so tragisch - sie werden dass schon noch merken.
Auch Sandy war noch nicht klar, was 30km pro Tag bedeuten: In ihrem jugendlichem Übermut rannte sie hin und her, im Kreis um mich herum, durchs hohe Gras und vor und zurück. Schon da war mir klar: "Meine Liebe, das wirst du nicht allzu lange durchhalten"! Eine Prognose, die sich bewahrheiten sollte ...
Als ich dann Innsbruck hinter mir lassen konnte, und die Orte Hall und Wattens durchquerte, gewöhnte ich mich rasch an den Rythmus des Weges. Eigentlich überraschend, wie schnell die Anstrengung dann normal wird, man nicht mehr darüber nachdenkt dass es eigentlich kraftaufwändig und mühsam ist. Das wunderbare Wetter und die einzigartige Umgebung des Inntals taten das ihre dazu, mir die Mühen zu versüßen.
Ein zentraler Gedanke des ersten Tages war irgendwie die "Entdeckung der Langsamkeit"! Nicht "Schnell, Schnell" immer weiter, schneller, höher, weiter! Sondern mit unter 10km/h durch die Landschaft zockeln. Dabei nimmt man die Umgebung, Farben, Gerüche und Eindrücke viel intensiver, viel unmittelbarer wahr. Ich sollte daran denken, wenn ich mich das nächste mal über die IG-L 100km/h Beschränkung auf der Inntal-Autobahn beschwere ...
So long - heute, Dienstag gibt es einen erzwungenen Ruhetag und morgen gehts weiter. Ich freu mich schon!!!
So, jetzt also leider doch! Die Anzeichen haben sich eh schon verdichtet, nachdem verschiedene Dinge nicht so gelaufen sind wie geplant!
Dadurch, dass die Kathederlieferung vom Sanitätshaus jetzt noch nicht eingetroffen ist, wurde eine Startverschiebung quasi erzwungen. Ist vielleicht eh nicht so schlecht - werde jetzt heute um 13.00 Uhr auf der Wiese vor der Wohnung mal das Zelt aufbauen (hab ich bis jetzt auch noch nie gemacht), den Rollstuhl "Probebeladen" und andere Kleinigkeiten erledigen, die ich eigentlich schon letze Woche hätte machen können ^^
Tja, Roman`sche Planung halt - jetzt bekomm ich sozusagen unfreiwillig Zeit, die Dinge etwas besser vorzubereiten.
Wer um 13.00 Uhr da ist, kann natürlich gern zusehen beim Zelt-Aufbauen :) gibt dann auch Kaffee ... nur Abfahrt gibt´s halt keine zu sehen!
Ach ja - Mittwoch, 8.00 Uhr ist der absolut letztmögliche Termin für die Abfahrt! Muss dafür zwar meinen Etappenplan etwas überarbeiten, aber es geht sich gerade mal so eben aus ... später ist nicht mehr möglich, dh. jetzt hab ich auch keine Sicherheitsreserven mehr :) Ist eh viel interessanter ...
Liebe Grüße
Euer Roman
PS: All jenen, die denken "Der fährt eh nicht los, typisch Roman halt" (und die gibt es, da bin ich mir sicher) - denen sei gesagt: Fühlt euch noch 2 Tage bestätigt! Aber Mittwoch bin ich weg :p
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Edit: Mittwoch, 13.00 Uhr ... habe um 11.00 Uhr noch ein Bewerbungsgespräch!
So - in aller Kürze die Fakten zum Projekt:
Gefahren wird NICHT mit dem Handbike sondern mit dem Rollstuhl!!!!
- In ca. 25 Tagen von Innsbruck nach Wien
- 650km immer dem Inn bzw. der Donau entlang
- Übernachten im Zelt, bzw. ab und zu Mal in einer Pension
- Abfahrt: Montag, 20.09.2010 von der General-Eccher-Straße 37 aus weg
- Ziel: Erfahrungen sammeln für zukünftige Projekte
Einige haben eh schon von meinen verrückten Ideen gehört, für andere ist das jetzt ganz neu: Ganz egal, hier werden Sie geholfen, bzw. ab und zu mal in unregelmäßigen Abständen darüber informiert was grad auf der Strecke los ist.
So long - just "Roll on" und wir sehen uns dann mal!!!
Nachdem ich schon eeewig nicht mehr Computer spiele (keine Zeit und kein Geld für neue Spiele) hab ich nun ein nettes kleines Browser Game gefunden:
See here

2017-04-12 03:36